Notwendigkeit
Jedes Jahr zur Zeit der Mahd (Mai bis Juli) sind tausende von Rehkitzen in akuter Lebensgefahr. Da Rehe ihre Jungen im hohen Gras ablegen und zur Nahrungssuche verlassen, werden die Kitze von den Landwirten beim Mähen oft nicht gesehen. Der natürliche Instinkt der Kitze, sich bei Gefahr flach ins Gras zu drücken, führt leider häufig zum Tod durch die Mähwerke. Die Rehkitzrettung hat daher das primäre Ziel, diese Wildtiere vor dem sogenannten „Mähtod“ zu bewahren und die Biodiversität zu schützen.
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Entwicklung der Methoden: Von der Begehung zur Wärmebildtechnik
Traditionelle Methoden wie das Absuchen der Wiesen zu Fuss (Begehung) oder das Aufstellen von Vergrämungsvorrichtungen (z.B. Duftstoffe, Bänder) erwiesen sich oft als zeitaufwendig, personell intensiv und in ihrer Wirksamkeit begrenzt.
Eindrücke der Rettung
Sehen Sie den kleinen weissen Punkt auf dem Foto 3? Dies ist eine Wärmequelle; ein Rehkitz


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Drohneneinsatz mit Wärmebildkamera der neusten Technik
Der technologische Durchbruch gelang mit dem Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras. Aktuelle Studien und Erfahrungen aus der Praxis bestätigen, dass dies die effektivste und zeitsparendste Methode ist. Die Wärmebildkameras detektieren die Körperwärme der Kitze, die sich vom kühleren Umgebungsboden abhebt, selbst wenn sie im dichten Gras verborgen sind. Dies ermöglicht eine präzise Ortung, ohne das Tier unnötig zu stressen oder die Wiese durch Betreten zu schädigen.
Gezielte Ortung aus der Luft Ich steuere meine Drohne in einer Höhe von 60 bis 70 Metern direkt über die frisch zu mähenden Wiesen. Auf dem Live-Bildschirm der Wärmebildkamera heben sich Rehkitze als leuchtend helle Punkte deutlich vom Untergrund ab. Sobald ich ein Tier entdecke, kennzeichne ich die Position manuell im System. Erst durch diese Markierung werden die exakten GPS-Koordinaten erfasst und gesichert.
Nahtlose Navigation für die Retter Die von mir erfassten Positionen stelle ich als QR-Code bereit. Der vor Ort wartende Jäger scannt diesen Code einfach mit seinem Smartphone. Daraufhin werden die Koordinaten direkt in die Navigations-App übertragen, sodass der Retter das Tier zielgenau findet.
Schonende Sicherung am Fundort Wird ein Rehkitz im hohen Gras entdeckt, kommt es nicht in eine Box, sondern wird vom Helfer direkt an Ort und Stelle gesichert: Er stülpt vorsichtig eine luftdurchlässige Harasse über das geduckte Tier und markiert die Stelle mit einer gut sichtbaren Fahne.
Sichere Rückkehr zur Mutter Während das Feld nun normal gemäht wird, verbleibt das Kitz geschützt unter der Harasse. Die Landwirte mähen um die vom Helfer markierten Stellen herum. Sobald die Maschinen abgezogen sind und Ruhe eingekehrt ist, entfernt der Landwirt die Harasse. Da das Kitz seinen angestammten Geruch behält und die Mutter die ganze Zeit in der Nähe war, kommt diese meist sofort zurück, um ihr Junges zu säugen, oder es an einen anderen sicheren Platz zu führen.
